Patient/innenaufklärung meets VR-Technologie. (Foto: Jesper Aggergaard on unsplash)

XR Synergies: Revolution in der Patient/innen-aufklärung

Haben Sie sich bei Ihrer letzten Operation (oder der Ihres Verwandten) gut informiert gefühlt? Wenn ja, Sind Sie laut Marie-Isabelle Batthyány, Gründerin von XR Synergies, die Ausnahme. Als Anästhesistin hat sie an vorderster Front Einblicke in die Krankenhausabläufe und weiß deshalb, dass es für gute Aufklärungsgespräche im Gesundheitswesen einfach oft an Zeit fehlt. Mit dem Startup XR Synergies will sie gemeinsam mit IT-Expertin Heideline Kranzl dieses Problem lösen.

Aufklärungsgespräche im virtuellen Raum

Die Idee von XR Synergies ist, die Patient/innen mittels VR (Virtual Reality)-Technologie aufzuklären. Mittels einer VR-Brille wird die Patientin oder der Patient in einem virtuellen Raum von einer Ärztin oder einem Arzt zum Beispiel anhand von 3D-Modellen über die bevorstehende Operation informiert. Dabei ist den Gründerinnen Marie-Isabelle Batthyány und Heidelinde Kranzl eine einfache und leicht verständliche Erklärung – ohne zu viele medizinische Fachbegriffe – besonders wichtig. Denn die Patient/innen sollen sich möglichst wohl und nicht übermannt fühlen in der für sie oft unsicheren Situation.

Die Patient/innen können sich den Inhalt orts- und zeitunabhängig, auch mehrmals hintereinander, ansehen. Sie können zurückspulen oder das 360°-Video pausieren. So wird sichergestellt, dass sie optimal auf den Eingriff vorbereitet sind. Die Aufklärung mit der VR-Brille ist die Basis für weiterführende Gespräche mit der Ärztin oder dem Arzt, denn der persönliche Kontakt kann dadurch nicht ersetzt werden.

Das Unternehmen steht derzeit noch ganz am Anfang. Der Prototyp eines 360°-Videos über einen orthopädischen Eingriff wurde bereits produziert und ist in den letzten Zügen der Testphase.

Patient/innen können sich die 360°-Filme auch von zuhause aus ansehen. (Foto: Jeshoots.com on unsplash)


IT + Medizin = XR Synergies

Marie-Isabelle Batthyány und Heidelinde Kranzl haben XR Synergies im Februar 2020 gegründet. Kennengelernt haben sie sich während ihres MBA-Studiums „Entrepreneurship und Innovation“ in Wien im Jahr 2018. Heidelinde Kranzl kommt aus dem IT-Bereich und ist spezialisiert auf die Projektabwicklung von sicherheitskritischen IT-Lösungen, während Marie-Isabelle Batthyány aus dem medizinischen Bereich kommt. Viele Gespräche über ihre jeweilige Arbeit führten zu der Idee, Aufklärungsgespräche zwischen Ärzt/innen und Patient/innen in den virtuellen Raum zu transportieren. Die Idee zu XR Synergies war geboren. Was auf alle Fälle bemerkenswert ist: „Das zwei Frauen im Med-technischen Bereich ein Startup gründen, ist eher eine Seltenheit“, schmunzelt Marie-Isabelle Batthyány.

Maira-Isabelle Batthyány (links) und Heidelinde Kranzl (rechts). (Foto: Robert Pollai)


Gute Gründungs-Bedingungen in Salzburg

Die Finanzierung des Prototyps wurde durch die aws Creative Impact-Förderung ermöglicht. Den nächsten Entwicklungsschritt wollen sie in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres in Krankenhäusern und in Arztpraxen testen. Unterstützungsleistungen, wie diverse Förderungen und die Beratungsleistung von Startup Salzburg, helfen ihnen bei der Erstellung eines marktfähigen Produkts.

Heidelinde Kranzl und Marie-Isabelle Batthyány haben sich bewusst für die Gründung in Salzburg entschieden. Heidelinde Kranzl wohnt und arbeitet in Wien, Marie-Isabelle Batthyány in Salzburg. „Es gab viele gute Gründe für den Standort Salzburg. Hier haben wir wirklich gute Startup Bedingungen vorgefunden, etwa auch die Mietförderungen der Stadt und die Startup-Förderungen des Landes.“

Ihre Vision für XR Synergies ist, ein hochinnovatives Produkt für das Gesundheitswesen zu kreieren, das Ärzt/innen – besonders in Zeiten wie diesen – bewusst entlastet und gleichzeitig für Patient/innen sinnvoll ist. In Zukunft soll es auch international am Markt verfügbar sein.

Gepostet am 19.11.2020

Das ITG – Innovationsservice für Salzburg berät zu Innovationsförderungen, wie zum Beispiel der aws creative impact. Unsere Expertinnen und Experten stehen Ihnen zur Verfügung – kontaktieren Sie uns!

Die ITG ist neben der Wirtschaftskammer Salzburg, FHStartup Center an der Fachhochschule Salzburg und PLUS Career & Startup Center an der Universität Salzburg Partner von Startup Salzburg, Salzburgs Inkubator für innovative Gründer/innen.

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