Daniel Nobis, IT-Leiter an der PMU, im Media-Lab der PMU.

Wie die Lehre an der PMU mit XR zum Erlebnis wird

Für Medizinstudent/innen ist das Üben an der Patientin oder dem Patienten wesentlich, um notwendige Fertigkeiten in der Chirurgie zu erlernen: Organe aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, den Verlauf von Nerven- oder Lymphbahnen erkennen und den Schnitt für eine Operation setzen. Doch das alles geht mittlerweile auch ganz ohne Patient/in. Studierende der Paracelsus Medizinische Privatuniversität können mittels XR-Brillen virtuell in die Anatomie des Menschen eintauchen.

Möglich macht das der XR-Student, ein digitaler Assistent für Studierende. Der XR-Student ist ein breitflächiges digitales System für die Fern- und Hybridlehre. Ein zentraler Bestandteil ist eine App für das Smartphone, welche als Guide für die Studentinnen und Studenten dient, der sie mit den wichtigsten Informationen, wie Abgabe- und Vorlesungstermine, versorgt. Auch eine Chatbot für diverse Anfragen ist für den XR-Student geplant.

Mit XR die Anatomie des Menschen entdecken

Die PMU kreierte für die Fern- und Hybridlehre auch eine Plattform zur virtuellen Teilnahme an Lehrveranstaltungen und Kongressen. Eine 360 Grad-Kamera in den Hörsälen ermöglicht den Studierenden mit Virtual und Augmented Reality orts- und zeitunabhängig Lehrveranstaltungen zu verfolgen. Die XR-Brillen für das virtuelle Erlebnis bekommen sie von der PMU zur Verfügung gestellt.

Die Brillen ermöglichen es auch, dass Studierende virtuelle Operationen durchführen. Lehrinhalte wie die Anatomie können mit den XR-Brillen viel besser veranschaulicht und erklärt werden als mit herkömmlichen Lehrmethoden. Studierende der Pharmazie können zudem einen virtuellen Spaziergang durch den Apotheker-Kräutergarten unternehmen und sich Informationen zu bestimmten Heilpflanzen einholen.

Erlebnischarakter steht im Vordergrund

„Das Ziel des XR-Studenten ist die Vergrößerung des Erlebnischarakters des Lehrinhalts. Dafür mischen wir verschiedene Tools wie Mixed und Augmented Reality, Social Media und Smartphone-Apps. Bei der Entwicklung werden unsere Studierenden mit einbezogen, damit wir nicht an den Userinnen- und User-Wünschen vorbei programmieren und sie tatsächlich einen Mehrwert von der neuen APP haben“, sagt Daniel Nobis, Leiter der Abteilung Informationstechnologie an der PMU. Für die Entwicklung des digitalen Contents, wie zum Beispiel Web-Seminare und Video-Tutorials, richtete die PMU ein top ausgestattetes Media-Lab ein.

Digitalisierung bringt Flexibilität

Der XR-Student wird erstmals im Wintersemester 2020 zum Einsatz kommen. Mit der Umsetzung wurde aber bereits vor der Corona-Krise im Herbst 2019 begonnen. In Pandemie-Zeiten zeigt sich aber umso mehr der Wert von digitalen Systemen für die Lehre.

Die PMU bringt auch abseits der Lehre ihre Prozesse und Strukturen ins digitale Zeitalter. Konferenzen werden gestreamt, die Kommunikation findet unter anderem über Microsoft Teams statt und alle Studierenden bekommen Zugang zum Office 365 und zu Cloud-Lösungen. „Die komplette Unternehmenskommunikation wurde digitalisiert“, so Daniel Nobis. „In Zeiten der Corona-Krise bietet uns das große Flexibilität.“

Mischung aus digital und analog

Für die Digitalisierung gibt es zwei Treiber. „Das ist zum einen der Umbau des Studiums Richtung Bachelor- und Master. Bei der Neugestaltung wollen wir die Digitalisierung von Lehrinhalten mit einbeziehen. Das andere ist die Covid-Pandemie, die das vorangetrieben hat“, sagt PMU-Direktor Wolfgang Sperl.

Er betont jedoch, dass die Lehre niemals nur digital sein wird. Seine Studierenden wünschen sich sehr stark die Präsenzlehre. Es wird daher in Zukunft eine Mischung aus Fern- und Präsenzlehre geben. Der XR-Student bildet dabei eine gute Basis, um die Fernlehre attraktiv zu gestalten und modernen Lehrmethoden gerecht zu werden.

Gepostet am 21.10.2020

XR (Extended oder Cross Reality) umfasst alle immersiven Technologien, also Technologien, die unsere reale Welt erweitern und mit virtuellen Elementen kombinieren. Man unterscheidet zwischen Augmented (erweitert die reale mit einer virtuellen Welt), Virtual (rein virtuelle Welt) und Mixed Reality (eine Kombination aus AR und VR).

Ähnliche Beiträge

Die Stadtmacherei Salzburg App
Stadtmacherei Salzburg: Neue App für urbane Nachhaltigkeit in Salzburg

Nachhaltigkeit ist einfach in den Alltag integrierbar. Die „Stadtmacherei Salzburg“ hilft dabei: Die kostenlose, wissenschaftlich fundierte App zeigt die Vielfalt an Möglichkeiten, Tag für Tag nachhaltig zu handeln.

Kontaktlos Medikamente bestellen und abholen

Für Berufstätige ist es oft nicht möglich, nach einem Arztbesuch die Medikamente noch aus der Apotheke zu holen. Die Tassilo Apotheke in Mattsee hat daher für ihre Kund/innen eine App entwickelt, bei der Medikamente bestellt und bei der Apotheke 24/7 kontaktlos abgeholt werden können.

Auf digitalem Weg zum individuellen Messer

Beim Messermacher Richard Kappeller können Kund/innen im Online-Konfigurator auf seiner Webseite ihr Wunschmesser selber zusammenstellen. Doch das ist nicht das Einzige, was den Messermacher so innovativ macht. Von der Bestellung bis zum Vorfräsen der Messer wird in Zukunft alles digital ablaufen.