(Foto: Symptoma)

Symptoma: Mögliche Krankheitsursachen finden mit Künstlicher Intelligenz

Auch die besten Ärzt:innen sind angesichts der 20.000 bisher bekannten Krankheiten überfordert – verständlich. Bestenfalls kennen sie die Symptome von rund 1.000 Erkrankungen, sodass die korrekte Diagnose nicht gerade eine einfaches Unterfangen ist. Falsche oder zu späte Diagnosen können jedoch lebensbedrohliche Konsequenzen für die Patient:innen bedeuten. Jedes Jahr könnten 1,5 Millionen Menschenleben gerettet werden, wenn rechtzeitig die richtige Diagnose gestellt werden würde.

Diesem Problem hat sich Symptoma angenommen. Das Unternehmen mit Sitz am Attersee, in Salzburg und Wien hat eine intelligente Datenbank für Ärzt:innen entwickelt und forscht an Lösungen, um den Diagnoseprozess zu optimieren.

Medizinische Informationen via Chatbot

Bereits fünfzehn Jahre Forschung und Entwicklung stecken hinter den Algorithmen der KI-Software von Symptoma. Sie ist laut Geschäftsführer Jama Nateqi eine der größten Krankheitsdatenbanken der Welt. Zahlreiche Ärzt:innen nutzen die KI, doch auch Patient:innen können darauf zurückgreifen. Die Verwendung ist einfach: „Nutzer:innen geben Symptome ein. Unser Chatbot stellt dann automatisch die richtigen Fragen, um dann die mögliche Ursache, beziehungsweise die Suche, besser einzugrenzen. Das funktioniert mittlerweile so gut, dass du zum Beispiel „Tiramisu“ als Suchwort eingeben kannst, und das System fragt dich nach Bauchschmerzen und schlägt Salmonellen als mögliche Ursache vor.“ Zehn Millionen Ärzt:innen und Patient:innen weltweit vertrauen Symptoma monatlich die Recherche nach den Ursachen von Symptomen an.

KI hilft bei Erkennung des Covid-19 Risikos

Zu Beginn der Corona-Pandemie hat Symptoma seinen Symptom-Checker entsprechend adaptiert und die KI auf Covid-19 Symptome trainiert. Dafür müssen Nutzer:innen lediglich die Fragen des Chatbots beantworten und ihre Symptome eingeben. Der Symptom-Checker gibt dann anhand der Symptome die Wahrscheinlichkeit an, an Covid-19 erkrankt zu sein. Auf Wunsch kann auch gleich ein Corona-Test in die Wege geleitet werden.

Covid-19 Symptomchecker von Symptoma (Foto: Symptoma)

Das Unternehmen hat somit die erste KI weltweit entwickelt, die das persönliche Covid-19 Risiko errechnet und zudem als Medizinprodukt zertifiziert wurde. Symptoma wurde im Rahmen mehrerer wissenschaftlicher Studien, unter anderem von Nature und JMIR, validiert und in über 100 Millionen Tests weltweit auf 36 verschiedenen Sprachen erprobt. Eine Studie hat demonstriert, dass Symptoma mit einer Treffergenauigkeit von 96,32 % für symptomatische Covid-19-Fälle die höchste auf dem Markt aufweist und somit verlässlicher ist als zum Beispiel die Lösungen von Apple oder dem Center of Disease Control in den USA.

Kürzlich startete Symptoma zudem eine Kooperation mit der Stadt Wien. Gleich zu Beginn hat der Symptom-Checker speziell für die Bürger:innen Wiens binnen 24 Stunden stolze 1,5 Millionen Fragen und Antworten verarbeitet. Die digitale Möglichkeit zur Einschätzung des persönlichen Covid-19 Risikos kam somit gut an bei den Wiener:innen. Einen weiteren Erfolg konnte Symptoma, beziehungsweise deren CEO Jama Nateqi, verzeichnen: Kürzlich wurde er von der Tageszeitung „Die Presse“ zum Österreicher des Jahres 2020 in der Kategorie Forschung gewählt.

www.symptoma.at

Gepostet am 18.02.2021

Künstliche Intelligenz und Data Science eröffnen viele Möglichkeiten für KMU. Mit den Daten, die KMU sammeln, können Ressourcen effizienter eingesetzt, Kund:innennutzen geschaffen oder Prozesse optimiert werden.

Um Zugang zu Forschung im Bereich Data Science und KI zu bekommen, können sich Salzburger Unternehmen seit Oktober auch an das IDA Lab wenden. Das IDA Lab ist eine Kooperation zwischen Universität Salzburg (Projektleiterin), Paracelsus Medizinische Privatuniversität, Salzburg Research Forschungsgesellschaft und Fachhochschule Salzburg und wird vom Land Salzburg im Rahmen der Wissenschafts- und Innovationsstrategie 2025 (WISS 2025) gefördert.

Die Forscher:innen des IDA Labs unterstützen die Unternehmen beim Verarbeiten ihrer Datenschätze. Dabei verstehen sie sich als regionale Anlaufstelle für Forschungsfragen aus Wirtschaft und Wissenschaft mit Data Science-Bezug.

Interessierte wenden sich an Ulrike Ruprecht (Projektmanagerin IDA Lab) unter mailto:Ulrike.Ruprecht@sbg.ac.at

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