Markus Hohenwarter (links) und Geschäftsführer Rudolf Steinmetz (rechts) mit dem Steco-Teststand. (Foto: Steco Engineering)

Steco Engineering: Digitale Netzwerkprofis

Österreichs Industriebetriebe setzen immer mehr auf die Automatisierung ihrer Anlagen: Maschinen werden digitalisiert und tauschen Daten mit anderen Systemen, Komponenten und Anlagen aus. Dieser Prozess der zunehmenden Automation und Vernetzung nennt sich Industrie 4.0.

Da Maschinen somit „digitaler“ und „kommunikationsfähiger“ werden, sind die IT-Netzwerke in diesen Maschinen und Anlagen stark gefordert. Vor allem der wachsende Datenaustausch der einzelnen Netzwerkkomponenten belastet die Netze immer mehr. Sind diese nicht für die steigende Digitalisierung gerüstet, kommt es vermehrt zu Fehlern und sogar Ausfällen von Produktionsanlagen.

Deshalb müssen solche Netzwerke, wie zum Beispiel Profinet oder Ethercat, vor Inbetriebnahme einer Anlage geprüft werden. Eine Dienstleistung, die bisher nur wenige Unternehmen anbieten können. Die Firma Steco Engineering hat sich das zunutze gemacht und daraus einen neuen Geschäftszweig entwickelt.

Die Kund/innen von Steco Engineering kommen unter anderem aus der Automobilbranche, genauer gesagt aus der Karosseriefertigung. Das Unternehmen in Fürstenbrunn bietet hier verschiedene Leistungen an. Seine Kernkompetenzen liegen in der Elektrokonstruktion von beispielsweise Schweiß- und Montageanlagen, seit kurzem auch für Hochvolt-Speichermodulmontagen, also der Batteriefertigung für Elektrofahrzeuge. Die Erstellung von Elektroplänen, Netzwerk-Topologien, Schaltschrankaufbauten und Stücklisten zur Fertigung gehören ebenso zum Leistungsumfang. Es erstellt auch Protokolle zur sicherheitstechnischen Überprüfung der Anlagen und prüft auch die Elektroinstallation der Anlagen vor Inbetriebnahme entsprechend den geforderten Normen und Rechtsgrundlagen.

Know-how und Investition als Innovationstreiber

Die Automobilbranche hat hohe Standards bezüglich ihrer Anlagen und auch ihr Anlagen-Netzwerke müssen einwandfrei funktionieren. Eine Prüfung, Zertifizierung und Protokollierung des Anlagen-Netzwerks vor Inbetriebnahme einer Anlage ist daher ein Muss. Bis vor kurzem konnte Steco Engineering diesen Service nicht anbieten. „Damit wir neben der Planung auch die Messungen und die Abnahme der Netzwerke durchführen können, haben wir in Know-how und Mess-Equipment investiert.“, sagt Steco Engineering Geschäftsführer Rudolf Steinmetz. Das ITG – Innovationsservice für Salzburg stand hier zur Seite: „Die ITG unterstützte Steco Engineering bei der Suche nach der richtigen Förderung. Das Projekt passte schlussendlich perfekt zu den Anforderungen der DigiInvest“, meint Hans Christian Pfarrkirchner, Leiter von den Business Services der ITG.

Investition in Messgeräte und Teststand

Das Unternehmen investierte in Messgeräte, in Diagnose-Software und auch in einen Teststand, um Messgeräte und auch andere Komponenten im Haus testen zu können, bevor sie beim Kunden zum Einsatz kommen. Mit den Geräten, unter anderem dem Kabelzertifizierer, wird das gesamte Frequenzspektrum eines Kabels durchgemessen und dokumentiert. Gemessen wird, ob alle Verbindungen korrekt sind, ob die Kabel gegen äußere elektromagnetische Einflüsse geschützt sind, ob sie alle Kennwerte erfüllen und ob die Kabellängen korrekt sind. Sollten hier Fehler auftauchen, kann es zu mangelhaften Übertragungen von Kommunikationssignalen kommen – Störungen oder sogar Ausfälle im Produktionsbetrieb der Anlage können die Folge sein. Mit den Messungen und der Dokumentation wird garantiert, dass die gesamte Netzwerk-Topologie der Anlage ihrer Konstruktion entsprechend korrekt aufgebaut ist und das Netzwerk zuverlässig arbeitet. Beides läuft komplett digital ab. Kommt es zu einer Fehlermeldung, ist jedoch das Know-how der Mitarbeiter/innen von Steco Engineering gefragt. Um dafür im Training zu bleiben, baute das Unternehmen einen Teststand auf, wo diverse Fehler-Szenarien reproduziert werden können und die Fehlersuche trainiert werden kann.

Steco Engineering konnte mit der Förderung zum zertifizierten Prüfer und Abnehmer industrieller Netzwerke werden. Die Investition hat sich gerechnet. „Nur dadurch konnten wir dieses neue Geschäftsfeld überhaupt erschließen. Für ein kleines Unternehmen, wie wir es sind, war die Investition sehr herausfordernd, die Förderung im Rahmen der Digitalisierungsoffensive hat uns das erst ermöglicht“, so Geschäftsführer Rudolf Steinmetz.

Gepostet am 12.08.2020

Die Expert/innen vom ITG – Innovationsservice für Salzburg beraten Sie gerne zu Digitalisierungsförderungen. Kontaktieren Sie uns!

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