v. l. n. r.: Erich Höpoldseder, Clemens Brunner und Fabian Knirsch von sproof (Foto: © Sandra Lagler)

sproof – Die neue Art, digitale Dokumente auszustellen

Das Salzburger Startup sproof ist der starke Partner für die überprüfbare Authentifizierung von vertrauenswürdigen Dokumenten und wurde von Forschern für die Wirtschaft entwickelt.

Immer mehr Menschen verwalten ihre Dokumente digital oder digitalisieren sie durch Scannen oder Abfotografieren. Sicherheitsmerkmale, wie Wasserzeichen auf Zeugnissen oder das Hologramm am Reisepass, gehen dabei jedoch verloren und die Echtheit der Dokumente kann nicht mehr überprüft werden. Derzeit gibt es auch vermehrt gesetzliche Forderungen nach digitalen Signaturen, um Dokumente überprüfbar und authentifizierbar zu machen. Die Technologie von Clemens Brunner, Fabian Knirsch und Erich Höpoldseder setzt genau dort an: sproof ist eine einfache und schnell integrierbare Anwendung (Middleware) zwischen der vorhandenen Applikation und der dezentralen Verwaltung.

Dezentral, offen und transparent

Mit sproof werden digitale Dokumente einfach und kostengünstig digital signiert. Die Dokumente bekommen einen Zeitstempel und können jederzeit widerrufen werden. Jedes Dokument kann genau einem Aussteller zugeordnet werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass es durch die blockchainbasierte Technologie möglich ist, die sproof-Plattform zu nutzen, ohne dabei die Datenhoheit über die eigenen Dokumente und Einträge zu verlieren. Die Ausstellung und Überprüfung der Dokumente erfolgt komplett dezentral, offen und transparent und kann auch vollautomatisiert in bestehende Applikationen integriert werden. Dadurch werden diese Prozesse günstiger, schneller und zuverlässiger. Außerdem speichert sproof keine persönlichen Daten – es obliegt den UserInnen, ob und mit wem welche Daten geteilt werden.

Für Hochschulen und Industrie

Derzeit befindet sich das Startup in der ersten Phase, in der sie sich an Hochschulen richten. Dafür werden Zeugnisse, die bereits als PDF verfügbar sind, mit sproof signiert und in die sproof-Plattform eingetragen. In der zweiten Phase sollen Datenprotokolle für die Industrie und produzierende Unternehmen abgesichert werden. Ein konkreter Anwendungsfall wäre zum Beispiel dieser: Bei einer Reifenproduktion müssen sämtliche Prozesse und Produktionsdaten zum Zweck des Produkthaftungsnachweises aufgezeichnet werden. Mit sproof werden solche Daten dezentral und im Nachhinein fälschungssicher in einer öffentlichen Blockchain registriert. Wird die Produktion des Reifenherstellers nun überprüft, kann die Produktionsfirma mithilfe von sproof beweisen, dass alle Produktionsdaten und deren Einträge rechtzeitig und ordnungsgemäß protokolliert und im Nachhinein nicht mehr bearbeitet worden sind. Die Technologie von sproof kann somit auch zur Qualitätssicherung und zum Nachweis für Überprüfungen im Industriebereich beitragen.

Von der Idee zum Startup

Clemens Brunner (CEO und technische Leitung), Fabian Knirsch (CTO/Chief Technology Officer, technische Leitung) und Erich Höpoldseder (COO/Chief Operating Officer für Finanzen und Vertrieb) haben sich auf der FH Salzburg kennengelernt. Nach Abschluss der Masterarbeit von Clemens Brunner an der Universität Innsbruck sollten die theoretischen Kenntnisse in die Praxis umgesetzt werden. Die drei haben als Team auf einer Veranstaltung vom FHStartup Center zusammengefunden und mit einer umfangreichen Marktforschung begonnen. Mit der Teilnahme am S&B Sallinger Award und der Reihung unter die zehn besten Produkte aus dem Bereich Forschung und der Fertigstellung der ersten Prototypen wurden die ersten Grundsteine für das junge Startup gelegt. Derzeit befinden sie sich mitten im Gründungsprozess. Unterstützung bekommen sie dabei von den Startup Salzburg Koordinationsstellen im FHStartup Center, vom ITG – Innovationsservice für Salzburg und von der Wirtschaftskammer Salzburg. 2019 wurden sie in das Inkubationsprogramm Startup Salzburg Factory, aufgenommen.

Gepostet am 17.10.2019

Ähnliche Beiträge

Data Science durchdringt alle Bereiche des täglichen Lebens. (©Fotolia/bagotaj)
Data Science durchdringt alle Bereiche

Die fortschreitende Digitalisierung führt zur Produktion von mehreren Milliarden Terabyte und das Wachstum ist exponentiell. Die Datensammlung durchdringt alle Bereiche unseres Lebens. Dabei bietet Data Science nicht nur für Business-Zwecke spannende Möglichkeiten.

Die neue Art zu lernen

Wir verbringen viel Zeit damit, von A nach B zu kommen. Zeit, die oft ungenutzt verstreicht. Im Alltag von Studierenden ist jede Lernminute mehr Gold wert! Das weiß auch Sophie Bolzer, Gründerin des Salzburger Startups Audvice. Mit ihrer App lernt man praktisch im Vorbeigehen.