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Digitalisierung: Wo steht der Mittelstand?

Viele Klein- und Mittelständische Unternehmen (KMU) nutzen die Digitalisierung noch nicht. Warum das so ist und wie KMU die Hürden zum digitalen Wandel überwinden können, ist Inhalt der Salzburger Innovationstagung 2019.

Eine modernes Unternehmen kommt an der Digitalisierung nicht vorbei. Sie sorgt dafür, dass der Wettbewerb immer schneller wird, die Kundenerwartungen sich verändern und neue Verkaufs- und Distributionskanäle entstehen. Aber wie sieht es mit der Digitalisierung in unseren heimischen Betrieben aus? Die Zahlen des Austrian Business Check sind alarmierend: Obwohl bereits 84 % erkennen, dass die Digitalisierung den eigenen Markt verändert, haben 68 % der Unternehmen noch keine digitale Agenda verankert. Das heißt, dass zwar fast alle sehen, dass sie ihren Betrieb weiterentwickeln und ihre Produkte und Services digitalisieren müssen, aber nur ca. ein Drittel der Unternehmer sich damit beschäftigt.

Leistung erhöhen, Energie und Kosten einsparen

Zu diesem Drittel gehört die UNTHA shredding technology GmbH, die bei der Innovationstagung zeigt, wie es geht. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Herstellung von Zerkleinerungsmaschinen. Die Einsatzgebiete reichen von der Restholzverwertung über die Akten- und Datenvernichtung bis hin zur Zerkleinerung von Abfällen für die Ersatzbrennstoffaufbereitung. Vor rund zwei Jahren hat das Kuchler Unternehmen mit dem Digitalisierungsprozess begonnen. Dabei wurden die von UNTHA produzierten Maschinen mit Sensoren ausgestattet, die zahlreiche Werte wie beispielsweise Temperaturen oder die Ölqualität messen. Durch die „Condition Monitoring“ Einheit, die den Zustand der Maschine beobachtet, werden bereits umfangreiche Analysen vor Ort in der Maschine durchgeführt. Ständig mit der Cloud verbunden, werden dann alle relevanten Prozesswerte lückenlos aufgezeichnet und ausgewertet. Wird nun z. B. die Maschine zu schwer beladen oder ist es im Inneren der Maschine zu heiß, erhalten die entsprechenden Personen automatisch eine Benachrichtigung auf ihr Smartphone. Die BedienerInnen wissen dann, was zu tun ist und auch UNTHA weiß, was bei und in der Maschine los ist und ob ein Techniker hingeschickt werden muss oder nicht. Durch den Mehrwert der Digitalisierung bekommt die Maschine die Wartung, die sie braucht und dadurch werden Ressourcen, wie die Arbeitskraft des Technikers, geschont. Weil die UNTHA-Maschinen rund um die Uhr im Einsatz sind, müssen sie besonders zuverlässig sein. Durch die Digitalisierung arbeiten die Maschinen leistungsfähiger, energieeffizienter und somit auch kostengünstiger. Aber nicht nur technologisch hat sich bei UNTHA einiges verändert: auch intern wurden die Arbeitsabläufe einfacher. Das ist nicht nur für die UNTHA-Mitarbeiter und -Mitarbeiterinnen eine Erleichterung ihrer Arbeit, sondern vor allem auch für die Kundinnen und Kunden, die die Maschinen betreiben. Beispiele wie diese zeigen, dass Digitalisierung nicht nur der Technologie, sondern vor allem dem Menschen hilft.

Der Weg zur digitalen Transformation

„Für den digitalen Wandel muss man die Ärmel hochkrempeln und anpacken, sich in das Thema und in die Abläufe einarbeiten und Steine im Unternehmen umdrehen“, sagt Ricardo-José Vybiral, Geschäftsführer des Kreditschutzverbands (KSV1870), der als Hauptredner bei der Innovationstagung 2019 sprechen wird. Speziell für KMU ist die Digitalisierung eine Chance, denn sie ermöglicht es, schneller zu wachsen und den Kundenkreis zu erweitern. „Unternehmerinnen und Unternehmer müssen sich vor allem zwei Fragen stellen: Ist das, was mein Unternehmen anbietet, in fünf oder zehn Jahren noch relevant? Und wie kann ich mit Digitalisierung meinen Kunden und Kundinnen das Leben erleichtern?“, rät Ricardo-José Vybiral. „Außerdem rate ich, die Digitalisierung in kleinen Paketen abzuarbeiten – man muss nicht auf einen Schlag das ganze Unternehmen umkrempeln. Die Voraussetzungen dafür sind Teamarbeit und die Weitergabe des Wissens untereinander. Der neugierige Blick in andere Branchen hinein, kann wichtige Denkanstöße für den digitalen Wandel im eigenen Betrieb geben“, sagt der Experte des Kreditschutzverbands. Beispiele und Expertentipps, wie man die Digitalisierung starten kann, gibt es bei der kommenden Salzburger Innovationstagung am 21. November.

Gepostet am 17.10.2019

Schwerpunkt Digitalisierung: Wo steht der Mittelstand?

21. November 2019, 15-18.30 Uhr, Solitär der Universität Mozarteum

Weitere Informationen und kostenlose Anmeldung unter www.itg-salzburg.at/veranstaltungen

Die Veranstaltung wird vom EU-Programm Interreg Österreich-Bayern geförderten Projekt KMU 4.0 unterstützt.

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