Mit künstlicher Intelligenz will ITS-Masterstudent Georg Schäfer Sortieranlagen effizienter machen. Anhand eines »Digitalen Zwillings« entwickelt er Methoden des Machine Learning weiter. (Foto: FH Salzburg)
Mit künstlicher Intelligenz will ITS-Masterstudent Georg Schäfer Sortieranlagen effizienter machen. Anhand eines »Digitalen Zwillings« entwickelt er Methoden des Machine Learning weiter. (Foto: FH Salzburg)

Die lernende Fabrik

Den Sortiervorgang einer Industrieanlage intelligent zu machen war das Ziel von Masterstudenten und Junior Researcher Georg Schäfer. Mit Methoden des Machine Learning will der gebürtige Salzburger die Industrie revolutionieren.

Derzeit müssen Sortieranlagen noch manuell programmiert werden. »Bei der Post beispielsweise muss der Anlage noch exakt gesagt werden, welches Paket wie und wohin sortiert werden soll«, erklärt Schäfer, der als Junior Reseacher im Digitalen Transferzentrum der FH Salzburg tätig ist. In seiner Masterarbeit erforscht er nun neue Wege, wie die Anlage die Lösung des Problems selbst finden kann. Dafür setzt er Methoden des Machine Learning ein. »Im Speziellen nutzen wir den Ansatz des Reinforcement Learning, also dem bestärkenden Lernen«. Das bedeutet, dass die Anlage durch die Interaktion mit der Umgebung und dem Erhalten eines Feedbacks ein entsprechendes Regelwerk erlernt. Durch die wiederholte Anwendung und Belohnung eignet sich die Maschine Wege an, die Aufgabe richtig zu lösen.

Schäfers Vision ist es, dass durch seine Forschungsarbeit in zehn bis fühnzehn Jahren die Industrie auf einem ganz neuen Level agieren kann. »Wenn Anlagen selbstständig handeln, können viel Zeit und entsprechend Kosten gespart werden.« Dies entspricht auch den Zielen des Digitalen Transferzentrums.

Dort werden unter anderem digitale Abbildungen von realen Anlagen entwickelt, um Produktionsvorgänge simulieren zu können. »Die virtuelle Welt bietet uns einfach mehr Möglichkeiten, um kostengünstig und mit wenig Aufwand innovative Modelle zu testen. Dies bedeutet zum Beispiel, dass die Produktion nicht unterbrochen werden muss.« Auch für die Erforschung des maschinellen Lernansatzes hat Schäfer einen sogenannten »Digitalen Zwilling« der Sortieranlage erstellt. Auf seiner »Spielwiese« kann er sich nun austoben.

Gepostet am 13.08.2019

Ähnliche Beiträge

Kommunikationslösung für flexible Produktionssysteme

Aktuelle Kommunikations- und Softwarelösungen für industrielle Systeme zeigen noch nicht die nötige Flexibilität und Resilienz für Industrie 4.0 Produktionssysteme. Hier setzt das Forschungsprojekt R2C2 mit Hilfe von Software-defined Networking und Künstlicher Intelligenz an.

Digital Readiness Check
Digital Readiness Check: Wie digital ist Ihr Unternehmen?

Wie weit ist Ihr Unternehmen im Vergleich zu anderen, ähnlichen Unternehmen digitalisiert? Finden Sie es in weniger als zehn Minuten heraus – mit dem Digital Readiness Check!

Sag mir, wer du bist, und ich sag dir, wie du isst

Ein Leben ohne Heißhungerattacken? Ohne Schokolade an stressigen Arbeitstagen oder Chips beim Fernsehen? Ob aus Langeweile oder unter Druck – viele essen mitunter aus psychologischen Gründen und nicht, weil sie gerade Hunger haben.