Datenstrategien helfen, die Daten im Unternehmen gewinnorientiert zu nutzen. (Foto: Lukas Blazek on unsplash)

Datenstrategien – was mache ich mit und aus meinen Daten?

Daten sind das neue Gold im Digitalisierungszeitalter. Dennoch wissen nur wenige Unternehmen, wie man das Gold in Geld verwandelt. Österreichische Unternehmen liegen bei der Digitalisierung im europäischen Mittelfeld und besonders im Bereich der Datennutzung gibt es noch viel Luft nach oben.

Ein Grund dafür ist fehlendes Know-how für den Umgang mit Daten. Es fehlt ihnen nicht an Daten, aber an Wissen, diese zur Steigerung ihrer Wertschöpfung einsetzen zu können. Eine Datenstrategie kann hier helfen – sie regelt, welche Daten zu welchem Zweck von wem verwendet werden.

Das Webinar „Datenstrategien – was mache ich mit und aus meinen Daten“ drehte sich um dieses Thema. Es wurde von KMU 4.0 veranstaltet und von Interreg Österreich-Bayern gefördert. Der Experte Simon Kranzer von der Fachhochschule Salzburg vom Studiengang Informationstechnik und Systemmanagement erläuterte darin, was es für eine gute Datenstrategie braucht.

Was ist eine Datenstrategie?

„Eine Datenstrategie ist ein ausformulierter und zielorientierter Verfahrensplan, um Daten in Mehrwert zu verwandeln.“[1]

Diese und andere Definitionen stellen die Strukturiertheit und Zielorientierung einer Datenstrategie in den Mittelpunkt. Dem gegenüber steht ein experimenteller Ansatz: Unternehmen nehmen die Daten, die anfallen und versuchen daraus einen Mehrwert zu schaffen. Die Ziele werden im Nachhinein erst aus den vorhandenen Daten abgeleitet.

Eine Strategie ist dagegen ein methodisches Vorgehen. Um eine Strategie zu entwickeln, wird folgende Vorgehensweise empfohlen:

  • Vision
  • Daten
  • Informationen
  • Wissen
  • Prozesse/ Planung
  • Strategie

Wie komme ich zu meiner Datenstrategie?

Die Vision definiert, was mit der Datenverarbeitung erreicht werden soll – ein Ziel, das es zu erreichen gilt. Das kann die Erschließung neuer Geschäftsfelder oder neuer Zielgruppen sein oder die Entwicklung eines neuen Produkts. Wichtig ist, das Ziel mit bestimmten KPIs messbar zu machen. KPIs (Key Performance Indicator) sind Kennzahlen, die den Fortschritt eines Ziels messen und sichtbar machen.

Aus der Zieldefinition kann hergeleitet werden, welche Daten man zur Zielerreichung benötigt und wie man diese Daten verfügbar machen kann. Aus diesen Daten können Informationen gewonnen werden und diese wieder in wertvolles Wissen für das Unternehmen umgewandelt werden.

Die Datenstrategie regelt auch, welches Personal und welche Werkzeuge, wie zum Beispiel Software, das Unternehmen für die Datenstrategie braucht. Es muss sich die Frage stellen, wer die Datenstrategie umsetzt und ob das Personal gut genug geschult ist, um mit den Daten zu arbeiten. Im Idealfall kümmert sich ein interdisziplinäres Team um die Datenverarbeitung. Dies kann für KMU aber herausfordernd sein, da die Ressourcen knapp sind. Oft wird die Umsetzung der Datenstrategie in der IT angesiedelt. Sollte für ein KMU auch das nicht möglich sein, kann eine Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen oder Hochschulen angedacht werden, die auf Datenstrategien und -verarbeitung spezialisiert sind.

Neben den personellen Rahmenbedingungen gilt es auch die technischen Komponenten zu klären: Habe ich genug Rechenleistung? Was brauche ich an Infrastruktur? Hier können Anschaffungen in Hard- und Software vonnöten sein.

Wenn man all diese Punkte berücksichtigt, ist man auch schon am besten Weg zur Datenstrategie.

Businessplan zur richtigen Data Governance

Wer entwickelt nun eine Datenstrategie? Die Datenstrategie ist Teil der Unternehmensführung und sollte auch in die Unternehmensstrategie eingebettet werden.

Voraussetzung für die Umsetzung der Datenstrategie ist, dass die Daten, die ein Unternehmen braucht, überhaupt verfügbar gemacht werden können. Hier müssen auch rechtliche und ethische Rahmenbedingungen eingehalten werden, wie etwa die DSGVO. Nicht nur das Sammeln der Daten ist wichtig, sondern auch der Schutz vor Diebstahl und Missbrauch. Der Umgang mit Daten in einem Unternehmen bezeichnet man als Data Governance.

Eine gut ausgearbeitete Datenstrategie bringt einen Mehrwert in das Unternehmen. Es ist ein Businessplan zur gewinnorientierten Datennutzung und bietet große Chancen, wie die Gewinnung neuer Kund/innen, mehr Flexibilität, eine Kostenersparnis oder ein Wissensvorsprung gegenüber dem Mitbewerb. Um das zu erreichen, sind die Ziel- und auch Zeitvorgaben so wichtig. Die Datenstrategie muss ein angeleitetes Vorgehen sein und auch ständig dokumentiert und geprüft werden, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet.

KMU tun gut daran, in ihre Datenstrategie zu investieren. Denn Digitalisierung passiert auf alle Fälle. Wenn sie dabei nicht mithalten können, laufen sie Gefahr, Wettbewerbsvorteile zu verlieren. Es steckt viel Potenzial in der Digitalisierung. Partner/innen können bei der Digitalisierung helfen. Das ITG – Innovationsservice für Salzburg berät Sie gerne bei Ihrem Digitalisierungsvorhaben und über Fördermöglichkeiten hinsichtlich Digitalisierung.

 

[1] https://data-science-blog.com/blog/2017/08/28/unternehmen-brauchen-eine-datenstrategie/

Gepostet am 12.06.2020

Die Expert/innen vom ITG – Innovationsservice für Salzburg beraten Sie gerne zu Digitalisierungsförderungen. Kontaktieren Sie uns!

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